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In einem gewerkschaftsfremden Kontext besteht ein stillschweigender und/oder schriftlicher Arbeitsvertrag direkt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber können direkt zwischen ihnen angegangen werden. Ihre Streitigkeiten können bei Bedarf vor Gericht gehen. Abschnitt 7 des National Labor Relations Act (Gesetz) garantiert den Arbeitnehmern “das Recht auf Selbstorganisation, Bildung, Beitritt oder Unterstützung von Arbeitsorganisationen, kollektivausgehandelte Vertreter ihrer Wahl und zur Durchführung anderer konzertierter Tätigkeiten zum Zwecke von Tarifverhandlungen oder anderer gegenseitiger Hilfe oder Schutz sowie das Recht, “von oder allen solchen Aktivitäten Abstand zu nehmen”. Die letzten Tarifverträge zwischen den Parteien liefen am 30. Juni 2009 aus. Navistar und die CAW versuchten, einen neuen Tarifvertrag auszuhandeln, ohne Erfolg. Das Unternehmen und die Union versuchten daraufhin, ein Betriebsabschlussabkommen auszuhandeln. Eine solche Vereinbarung würde sich unter anderem mit etwaigen Entschädigungen befassen, die den Arbeitnehmern infolge des dauerhaften Arbeitsplatzabbaus zu zahlen sind. Die Parteien konnten keine Betriebsschließungsvereinbarung erzielen. Das Gericht war anderer Meinung. Sie stellte klar, dass die vorstehenden Grundsätze auch ohne Tarifvertrag gelten.

Das Arbeitgeber-Gewerkschafts-Verhältnis kann nicht durch eine gerichtliche Klage umgangen werden. Das Recht eines einzelnen, gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmers, eine Klage gegen einen Arbeitgeber geltend zu machen, wird durch das besondere Rechtsverhältnis zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber eingeschränkt. Ohne Tarifvertrag bleibt die Forderung, in gutem Glauben über Arbeitnehmerrechte und -leistungen zu verhandeln, so lange, wie die Gewerkschaft Vertretungsrechte hat. Baker v. Navistar Canada Inc. schlägt vor, dass die Gerichte nicht positiv auf eine Taktik schauen werden, die darauf ausgelegt ist, die Gewerkschaft/Arbeitgeber-Beziehung und -Verpflichtungen zu umgehen. In einem gewerkschaftlich organisierten Kontext ist die Beziehung jedoch indirekt. Der “Arbeitsvertrag” des Arbeitgebers ist mit einer Gewerkschaft (d.h. einem Tarifvertrag). Die Rechte eines Arbeitnehmers fließen durch das Verhältnis und den Tarifvertrag der Gewerkschaft mit dem Arbeitgeber. Ein Arbeitnehmer, der unter eine Gewerkschaftsvereinbarung fällt, ist in der Regel daran gehindert, einen Anspruch vor Gericht zu erheben. Stattdessen ist er oder sie verpflichtet, das Beschwerde- und Schiedsverfahren des Tarifvertrags mit Gewerkschaftsvertretung zu nutzen.